Review: Michael Jackson – Xscape

Michael Jackson ist zurück. Natürlich nicht wirklich. Aber irgendwie halt doch. Es gibt nämlich ein neues Album. Es trägt den Titel “Xscape” und scheidet die Geister bereits ganz ohne, dass man über die Musik zu diskutieren bräuchte. Ist es reine Geldmacherei mit einem Toten, der sich nicht mehr “wehren” kann? Hat der allseits als Perfektionist bekannte Jackson die Songs vielleicht aus gutem Grund in der Schublade gelassen und wollte nicht, dass sie je veröffentlicht werden? Fragen, die man nicht wird beantworten können. Gerade für Fans, wie ich es praktisch schon immer war, ist jeder Blick in die Schatzkiste von dutzenden (hunderten?) unveröffentlichten Michael-Jackson-Songs natürlich trotzdem großartig.

Xscape-Cover
Xscape-Cover

All-Access?
Cool wäre natürlich, wenn sich der Jackson-Clan entschiede, einfach alles, was Jackson noch in der Schublade hatte als ein großes Archiv online zu stellen. Und zwar im Idealfall unter einer Lizenz, mit der jeder arbeiten kann. Wer möchte, hört sich die unzähligen Songs einfach nur an, wer kann, erstellt eigene Mixe etc. pp.
Meinethalben kann dann daraus wiederum in beliebigen Zeitabständen ein neues Album zusammengestellt und verkauft werden. Hätte einen gewissen Charme. Wird so nicht passieren, klar.

Song-Auswahl
Bevor ich das Album zu hören bekam, kannte ich einen der Songs schon komplett und Versatzstücke eines zweiten. Der erste, Xscape, wurde schon vor Jahren geleakt, noch zu Lebzeiten des King of Pop, erfuhr aber nie eine größere Aufmerksamkeit. Rückblickend muss man sagen: vermutlich sogar zu Recht. Es war kein überragender Song. Vor allem gemessen an dem, was von Michael Jackson noch zu erwarten war. Nun, da er schon ein paar Jährchen unter der Erde liegt, ist das natürlich alles etwas anderes.
Der andere Song von dem ich Fetzen kannte war “A Place With No Name”. Die Fetzen waren etwa 10 und 20 Sekunden lang, ließen also kein Urteil zu aber großes hoffen.
Mit gemischten Gefühlen habe ich also seit der Ankündigung auf dieses Album gewartet. Das etwas flaue Gefühl im Magen – “Hoffentlich wird das Album nicht scheiße!” – verflüchtigte sich ein wenig, als klar wurde, wer da an diesem Album mitarbeiten und die Songs auf Hochglanz polieren würde. Mit LA Reid als (u.a.) Kurator, Timbaland als “Executive Producer” und Rodney “Darkchild” Jerkins waren mindestens drei Typen an Bord, die schon häufiger und über viele Jahre mit Michael Jackson zusammengearbeitet hatten. Es gab also Grund zur Hoffnung, dass diese Herren schon wissen würden, was “MJ” gefallen hätte und dass sie sein Erbe nicht “verraten” würden.
Der Deluxe-Version des Albums liegt eine kurze Dokumentation über etwa 20 Minuten bei, in der ein paar der mitwirkenden Produzenten erklären, was sie da eigentlich gemacht haben. LA Reid erklärt unter anderem, dass seine Bedingung zum Mitwirken an dem Projekt gewesen sei, sich ausnahmslose alle unveröffentlichten Michael-Jackson-Songs anhören und dann entscheiden zu dürfen, welche aufs Album kommen. Er habe dann überhaupt nur die in eine engere Auswahl genommen, von denen Jackson diverse Aufnahmen produziert hatte, weil Reid das als Indikator dafür galt, dass Jackson besonders viel an diesen Songs lag. Was vermutlich keine komplett falsche Annahme ist. Einen der Songs hat Jackson laut Reid ganze 24 Mal komplett eingesungen.

“Contemporizing”
Was das Team dann mit diesen Songs gemacht hat, nennen sie “contemporizing”. Das beschreibt den Versuch, die teils sehr alten Songs an die heutige Musikwelt anzupassen. Das immer unter der Prämisse “What would Michael do?”. Das kann man sehr skeptisch und kritisch sehen. Ich habe das auch vor dem ersten Album-Durchhören (und wenn ich ehrlich bin auch danach) so gesehen. Zumindest die Deluxe-Version ist in dieser Hinsicht aber ein versöhnliches Angebot für alle Michael-Jackson-Fans, die die “reine Lehre” wollen. Die Deluxe-Version umfasst insgesamt 17 Tracks. 1 bis 8 sind die “contemporized” Versionen, 9 – 16 sind die jeweiligen Original-Versionen und Track 17 ist eine Duet-Version des ersten Songs mit Michael Jackson und Justin Timberlake.

Michael Jackson, wie er leibte und lebte
Inzwischen habe ich das Album bestimmt 10 Mal von Anfang bis Ende durchgehört und glaube inzwischen, mir ein Urteil erlauben zu können. Es ist tatsächlich schön, mal wieder “neue” Musik von Michael Jackson zu hören. Die Auswahl, die LA Reid getroffen hat ist – natürlich ohne den Rest des verfügbaren Materials zu kennen – sehr gelungen. Es handelt sich um wirklich großartige Songs aus verschiedenen Phasen des Schaffens des King of Pop. Man merkt, dass sich Timbaland und Co. dem Material sehr behutsam genähert haben, um den originalen Sound nicht zu verfälschen. Dass sich so ein Ergebnis erzielen lass, dass ohne weiteres in der heutigen Zeit bestehen kann, zeigt, was für ein Ausnahme-Könner Jackson war. So steht das Album dann im Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels folgerichtig auch auf Platz 2 der deutschen iTunes Charts hinter “King” von Kollegah und vor der “Traum-EP” von Cro.
So cool es für einen eingefleischten Fan auch ist, die Original-Versionen, die reine Lehre, zu hören. Man muss schon konstatieren, dass es sich dabei teilweise um sehr rohe Versionen handelt. Das gilt besonders für die erste Single-Auskopplung “Love never felt so good”. Der einzige Song, der mir in der Original-Version besser gefällt als in der neuen (wobei ich die auch verdammt stark finde) ist “A place with no name”, das deutliche Anleihen von Americas “A horse with no name” hat. Aber das ist natürlich sehr subjektiv.
Ansonsten kann man auch als Fan durchatmen und anerkennen, dass das Team um Reid sehr gute Arbeit geleistet hat. Die Original-Versionen sind was für Fans, die neuen werden zumindest in der “breiten Masse” mehr Anklang finden. “Xscape” hat von mir vier iTunes-Sterne bekommen. :)
Selbst wer sich nicht zu den “echten” Fans zählt, sollte trotzdem die Deluxe-Version kaufen. Allein schon wegen der oben angesprochenen Dokumentation. Sie gibt ein paar coole Einblicke in die Arbeit der Produzenten.

 

Das wäre meine Europawahl

Nirgends merkt man die Unlust des Volkes zur Partizipation an Politik per Wahl so sehr, wie auf der untersten und der obersten Ebene. Soll heißen: nichts ist dem (deutschen) Bürger egaler als die Kommunal- und die Europawahl. Dabei sind das streng genommen die beiden Wahlen, die die Menschen am direktesten etwas angehen.

Was könnte man dagegen tun? Ich glaube für Europawahlen muss der Quatsch mit den nationalen Parteien aufhören. Die Wahl wäre viel spannender, wenn in Deutschland nicht CDU, SPD und Co., sondern die EVP, die SPE und Co. auf den Wahlzetteln stünden. Überhaupt sollten nur Parteien zur Europawahl zugelassen werden, die in einer Mindestzahl von Ländern wählbar sind.
Diese europäischen Parteien müssten sich dann auf einen gemeinsamen Spitzenkandidaten, beziehungsweise eine gemeinsame Liste einigen. Dann wäre eben nicht David McAllister das Gesicht der deutschen CDU-Kampagne, sondern Juncker das Gesicht der europaweiten EVP-Kampagne. Ein bisschen ist das offiziell so, aber eben nicht wirklich. Zumindest und vor allem bei den “Großen”.

Ein solches Vorgehen mit einer europäischen Liste für eine europäische Parte hätte diverse lustige Nebeneffekte. Da müssten sich die Politiker auf einmal um Stimmen aus ganz Europa bewerben, um ins Parlament zu kommen. Da wird es dann schwer, wenn man als deutscher versucht mit Politik gegen den “faulen Griechen” zu punkten. Andersherum wird es für den Spanier, der nur auf mehr Hilfsgelder für strukturschwache Regionen aus ist, schwierig, Stimmen aus, sagen wir, Deutschland zu bekommen.
Das könnte umgehend zu einer Politik führen, die besser für Europa ist, da ma sich in den Parteien tatsächlich für das Wohl Gesamteuropas einsetzen müsste und eben nicht nur die Wähler in der eigenen “Stammnation” von seinem Programm überzeugen müsste.

Gleichzeitig müsste natürlich die Rolle des europäischen Parlaments weiter und weiter gestärkt werden. Da sind in den vergangenen Jahren Schritte unternommen worden. Aber so lange das europäische Parlament deutlich weniger Macht hat, als beispielsweise der deutsche Bundestag (OK, mal abgesehen von der aktuellen Situation, in der es kaum eine nennenswerte Opposition gibt), wird es nicht hinreichend Ernst genommen. Vielleicht sogar zu Recht.

Mir ist klar, dass das Konzept nicht vollständig und nicht ausgereift ist. Aber ich finde, in die Richtung müsste man gehen. Und zwar schnell. Im Prinzip müsste in der Bedeutung der verschiedenen Wahlen verschieben. Die Europawahl müsste den Stellenwert der Bundestagswahl bekommen, die Bundestagswahl den der Landtagswahlen. Gleichzeitig müsste auch die Bedeutung der Kommunalwahl verbessert werden. Wie das allerdings zu schaffen ist, ist mir völlig schleierhaft. 

Gedanken zu Albigs Maut-Forderung.

Die Kieler Nachrichten habe heute eine dpa-Meldung auf ihre Seite kopiert, in der Albig wie folgt zitiert wird: “Am Ende werden wir in irgendeiner Form alle Nutzer heranziehen müssen”. Man müsse den Bürgern klar sagen, dass wir ein zusätzliches nutzerfinanzierte System für den Erhalt der Infrastruktur benötigen. Was erst mal nach einer Maut für alle klingt, wird später relativiert. Da sagt Albig nämlich: “Zum Beispiel über eine Lkw-Maut für ale Lkw und sonstigen Schwerlastfahrzeuge auf allen Straßen.”

Ich finde das falsch. Ich könnte zwar sogar mit einer PKW-Maut zum Beispiel für Autobahnen leben, finde aber, dass kaputte Straßen grundsätzlich ein Gemeinschaftsproblem ist, das gemeinschaftlich, also durch alle Bürger, finanziert werden muss. Denn: Ja, ich als Privat-Pkw-Fahrer transportiere häufig nur mich. Wenn ich dafür zahlen sollte, OK. Ein zähneknirschendes OK, aber OK. Lkw hingegen transportieren auch Sachen für Nicht-Autofahrer. Denn auch Radfahrer wollen Paketpost bekommen und im Laden um die Ecke einkaufen können. Jeder, auch der notorischste Rad- und Zug- und ÖPNV-Nutzer, nutzt auch irgendwie die Bundesdeutsche Autobahn.

Alternativ müssen halt die Preise für alles (von Lebensmitteln bis Post) für angebliche Nicht-Nutzer erhöht werden. Wie das zu realisieren ist, können die sich denn überlegen.

Push-Mail mit dem eigenen (Debian-)Server

Einer der größten Nachteile, die ich durch den Umstieg auf einen eigenen Webserver erfahren habe, war der Verlust von Push-E-Mail. So ein normales Mail-System “kann” erst mal nur IMAP und das eigentlich inzwischen veraltete POP. Auf dem iPhone und iPad bedeutet das, dass man seine Mails entweder manuell abholen muss oder das das iPhone in einem fixen Zeit-Intervall automatisch tun lässt. Ersteres ist für mich völlig unpraktikabel, letzteres heißt, dass das iPhone, bzw. das Mail-Programm, alle 15 Minuten aktiv eine Verbindung zum Mail-Server aufbaut und sagt: Hallo ich bin Schacks iPhone, hier sind die Login-Daten, lass mich bitte rein. Der Server lässt den Zugriff geschehen, das iPhone sieht, dass es neue Mails gibt und nimmt diese mit oder sieht, dass es keine neuen Mails gibt und geht wieder.

Ich bekomme etwa 50 private Mails pro Tag. Selbst wenn die alle in ziemlich exakten 15-Minuten-Intervallen reinkämen, heißt das: Das iPhone hat pro Tag 96 15-Minuten-Intervalle zur Verfügung (24 Stunden mal 60 Minuten sind 1440 Minuten, das geteilt durch 15 sind 96). Von diesen 96 resultieren im Optimalfall nur 50 in einem “Oh, schau, eine neue E-Mail!”. Praktisch genau so viele Versuche sind Nieten. Nun bekomme ich zwischen 23:00 Uhr und 7:00 praktisch gar keine E-Mails. 32 von den 96 Viertelstunden fallen damit schon mal weg.…
Ihr seht worauf ich hinaus will: Ich wollte Push-Mail zurück haben.

Das habe ich lange nicht geschafft, weil ich mich komplett auf das sehr populäre Z-Push eingeschossen hatte. Das wollte aber irgendwie bei mir nicht. Und ich habe unterm Strich bestimmt zwei Personentage mit dem Problem verbracht.

Fast wie durch einen Zufall stieß ich dann endlich irgendwann auf D-Push, das in jedem gut sortieren Debian-Repository liegen sollte und sich somit praktisch automatisch installieren lässt.

Danach muss in der Datei d-push.conf, die in /etc/apache2/conf.d liegt nur noch folgender Abschnitt hinterlegt werden und es läuft erst mal:

<IfModule mod_alias.c>
 Alias /Microsoft-Server-ActiveSync /usr/share/d-push/index.php
</IfModule>

Wenn man SSL verwendet, dass man trotz Heartbleed und Co tun sollte, muss man noch folgendes Ergänzen:

 define('IMAP_PORT', 993);
 define('IMAP_OPTIONS', '/ssl/novalidate-cert');

Et voilà!

Apples Ticket-Tombola

Manchmal ist Apple wirklich nicht zu beneiden. Es gibt immer wieder Situationen, in denen der i-Konzern nur verlieren kann; egal, was man in Cupertino unternimmt.

Das aktuellste Beispiel ist der neue Modus der Ticketvergabe für die WWDC, die Entwicklerkonferenz im Juni. In den letzten Jahren waren die Tickets immer innerhalb weniger Minuten, wenn nicht sogar nur Sekunden vergriffen. Glück hatte, wer die Zeit hat, vor seinem Rechner auf den Startschuss zu warten und in einer günstigen Zeitzone lebt, in der der Run nicht nachts um 3:00 beginnt. So war es schon in den letzten Jahren immer ein Glücksspiel an eins der begehrten Tickets zu kommen und niemand war so richtig glücklich mit diesem Konzept.

Dieses Jahr hat Apple die Tickets ganz offiziell über eine Tombola vergeben. Willige Entwickler (und Apple-Fans) konnten über mehrere Tage ihren Hut in den Ring werfen. Anschließend hat Apple die Tickets verlost. Einige halten diesen Modus für fairer. Andere echauffieren sich darüber, dass sie nun gar keinen Einfluss mehr auf die eigenen Chancen auf ein Ticket nehmen können. Beides kann man nachvollziehen und verstehen.

Aber was wäre denn die Alternative? Sollte Apple aus dem Moscone West ausziehen und die WWDC in einer größeren Lokalität in einer anderen Stadt abhalten? Vielleicht könnte man die Anzahl der verfügbaren Tickets tatsächlich verdoppeln oder verdreifachen. Dann sitzen aber 10.000 oder fast 20.000 Menschen in den diversen Entwickler-Sessions, was garantiert nicht zur Qualität der Veranstaltung beitrüge. Und damit wäre auch wieder niemandem geholfen.

Manchmal kann man eben nur verlieren.

Ein Hand voll Kieler hat gewählt.

Es ist mal wieder ein trauriger Abend für die Demokratie im Allgemeinen und für die Demokratie in Kiel im Besonderen. Rund 197.000 Wähler und Wählerinnen waren heute Aufgerufen, zum Einen über den neuen Oberbürgermeister Kiels und zum Anderen über die Ansiedelung von “Möbel Kraft” in Kiel zu entscheiden.
Ulf Kämpfer, der Gemeinschafts-Kandidat von rot/grün/blau setzt sich im ersten Wahlgang mit rund 63% der Stimmen gegen Stefan Kruber (CDU, 28%) und Detlef Hackethal (Einzelbewerber, 9%) durch. Das kling erstmal nach einem ordentlichen Ergebnis. Ist es ja eigentlich auch.

Erschreckend wird’s wie immer, wenn man das in “echte” Zahlen umrechnet. Denn die Wahlbeteiligung lang bei ziemlich genau 45,5%. Das heißt von den rund 197.000 möglichen Stimmen wurden überhaupt nur etwa 89.600 Stimmen abgegeben. Davon hat der neue Kieler OB Kämpfer 63%, also etwa 56.400 erhalten. “In echt” wurde er also nur von knapp 29% der Wahlberechtigten gewählt.

Ich weiß, dass man das so wirklich nicht rechnen kann. Ich mache es aber trotzdem mal (wieder): Wenn man von allen Kieler Einwohnern ausgeht (etwa 240000 – also inklusive derer, die nicht wählen durften), hat der Wahlsieger sogar nur etwa 23,5% der Stimmen auf sich vereinen können.

Für gewöhnlich würde ich hier wieder mein altbekanntes Argument auspacken, dass man vielleicht einfach alles beim Alten belassen sollte, wenn sich nicht mal ein Drittel der aufgerufenen Wählerschaft für einen neuen OB aussprechen kann. Aber dieses Mal war der OB-Sessel nach dem desaströsen Intermezzo von Frau Gaschke ja vakant und es muss jetzt einfach ein neuer her.

Es ist wirklich jammerschade, dass sich kaum jemand dafür interessiert, wer in den nächsten Jahren für viele Entscheidungen, die die Stadt, in der sie leben, betreffen verantwortlich zeichnen wird. Andererseits: Selbst ich als wahrlich politischer und politisch interessierter Mensch denke mir oft genug, dass es praktisch egal ist, wer den Hut auf hat. Bergab geht’s eh. Vielleicht wäre eine “negative Wahl” mal ein Modell, das frischen Wind in die Sache bringt. Dabei stimmte man nicht für einen Kandidaten, sondern verteilte Negativ-Stimmen an die Kandidaten, die man auf gar keinen Fall im OB-Sessel sehen möchte. Quasi ein Wahlzettel, der aussagt: Ob A oder B ist mir egal, Hauptsache nicht C und D. Und es gewinnt dann logsicher Weise derjenige, der am wenigsten Minus-Punke bekommen hat. Ich weiß nicht, ob das irgendetwas besser machen würde oder ob das vielleicht schon mal irgendwo ausprobiert worden ist. Aber wenn es der Mehrheit der Kieler ohnehin egal ist, wer Oberbürgermeister wird, hat man doch eigentlich genug Luft für Experimente, oder? 

LaterPay. Geld verdienen mit Online-Journalismus

Richard Gutjahr hat heute verkündet, dass er sich mit LaterPay zusammengetan hat. Gemeinsam will man dafür sorgen, dass man endlich ehrliches Geld mit Online-Journalismus verdienen kann. Soll heißen: Leser bezahlen für gute Inhalte und nicht (mehr primär) Werber. Klingt so weit ganz gut, aber wie wollen Gutjahr und LaterPay schaffen, was sonst noch keiner geschafft hat?

Zum Glück setzt man weder auf ein weiteres bescheuertes Paywall- oder Metered-Modell, sondern auf ein, sozusagen, nachträgliches Micropayment. Anders als bei Flattr, wo man vorher Geld einzahlt und dass dann verteilt, kann man sich bei LaterPay Artikel wie auf einem Bierdeckel in der Kneipe “anschreiben” lassen. Immer wenn man einen bestimmten Betrag auf dem Deckel stehen hat, muss man zahlen, bevor man weiter lesen kann.

Gut für die Leser
Dabei richtet sich das Modell ganz nach den Bedürfnissen, der Leser, die auch jetzt schon zahlungswillig sind: Man muss nur noch für die Inhalte zahlen, die man auch wirklich konsumiert und es wird die Möglichkeit einer Rückgabe geben, wenn einem ein Produkt nicht gefällt. Das könnte dazu führen, dass sich die Qualität des Dargebotenen im Web nochmals merklich erhöht. Außerdem gelingt mit LaterPay die Einführung des bei Apps so beliebten Freemium-Modells. Man kann davon halten was man will, aber es ist ein echtes Erfolgsmodell. Denkbar ist zum Beispiel, Artikel gratis online zu stellen und zusätzliches Material (Statistiken, Videos, Audio-Files, …) erst nach einem Klick auf den LaterPay-Button zugänglich zu machen.

Gut für die Autoren/Verlage
Autoren und Verlage könnten damit vor allem zwei Dinge gewinnen. Zum Einen natürlich Geld, klar. Zum Anderen Einsicht darein, was wirklich attraktiv ist. Klar, aktuell erkennt man das an Klickzahlen. Oder auch nicht. Allzu oft werden im Web billige Klickstrecken produziert und noch so popelige Artikel hochtrabend angepriesen. Hauptsache der dumme Leser klickt und bekommt einmal kurz Werbung eingeblendet. Wenn Autoren und Verlage merken, wofür die Leute bereit sind, Geld zu bezahlen, können sie ihr Angebot auf die Vorlieben dieser Leute ausrichten.

Betrugsmöglichkeiten
Sicherlich wird es ziemlich schnell Trick geben, wie man LaterPay-Schranken umgehen kann. Die Frage ist, ob das nicht vielleicht sogar egal ist. LaterPay soll es denen, die ohnehin bereit sind, Geld für guten Journalismus zu zahlen, ebendies so einfach wie möglich zu machen. Die, die nicht zahlen wollen, hätten für den fraglichen Inhalt vermutlich so oder so nie im Leben bezahlt. So gesehen ist kein Geld verloren, wenn ein paar findige Leute ein Lock in der Mauer finden und es nutzen. Und wer weiß: Vielleicht kann man diese Leute ja mit der Qualität der eigenen Inhalte für sich gewinnen und mittelfristig zu zahlenden Lesern machen?

Schacknetz bleibt kostenlos! :)
Keine Sorge, mein Blog hier bleibt natürlich kostenlos. :) Ich will hier ohnehin kein Geld verdienen, aber ich kenne da so zwei, drei “Medienhäuser” in Kiel, für die LaterPay sicherlich interessant sein könnte…

Best of Wir Sind Helden

Ich habe mich vor einiger Zeit schon mal mit den ausgezeichneten Song-Texten von Kettcar beschäftigt. Anlässlich der Veröffentlichung vom neuen Judith-Holofernes-Album habe ich mich mal wieder intensiver mit der Musik von Wir Sind Helden beschäftigt. Rausgekommen ist dabei eine Zitate-Sammlung aus allen Alben.

Obwohl da auch so ziemlich viele gute Zitate drinstecken, muss man doch festhalten, dass Helden- und Holofernes-Texte vor allem als Gesamtkunstwerk funktionieren.

Die Reklamation

Ist das so

“Ist dieses Morgen denn ein Leben ohne Heute wert?
Ist es das wert dass man sich nie gegen die Meute wehrt?
Was ist ein Glück schon wert das nur den Pharmazeuten ehrt
Ist jeder der sich nie beschwert am Ende wirklich unbeschwert?”

Rüssel an Schwanz

“Und du gehst Rüssel an Schwanz hinterher
Trampelpfade Hintermann was brauchst du mehr”

Guten Tag (Die Reklamation)

“Es war im Ausverkauf im Angebot die Sonderaktion
Tausche blödes altes Leben gegen neue Version
Ich hatte es kaum zu hause ausprobiert da wußte ich schon
an dem Produkt ist was kaputt- das ist die Reklamation”

Die Zeit heilt alle Wunder

“Und auch das größte Wunder geht vorbei
Und wenn es dich nicht losläßt zähl bis drei
Und es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei”

“Wann wirst du endlich lernen dir nicht den Kopf zu verdrehen
Du fällst über Hunde und deine eigenen Zehen
Du kannst kaum grade laufen bleibst alle zwei Meter stehen
und fällst auf die Knie damit die Wunder dich sehn”

Heldenzeit

“Volksparteien Mittelspur Abgrenzung im Notfall nur zur Fönfrisur
Börsengang Abgesang mitgehangen mitgefangen alle bangen
Dotcomsterben doch nichts erben Brot erwerben Traum in Scherben – weiter werben”

“Der Reichtum macht uns alle arm Armut macht uns handzahm – Alarm”

Aurelie

“Ach Aurélie in Deutschland braucht die Liebe Zeit
Hier ist man nach Tagen erst zum ersten Schritt bereit
Die nächsten Wochen wird gesprochen
sich auf´s Gründlichste berochen
und erst dann trifft man sich irgendwo zu zweit”

Müssen nur wollen

“Muss ich immer alles müssen was ich kann
Eine Hand in den Sternen
die andere im Hintern vom Vordermann?
Das ist das Land der begrenzten Unmöglichkeiten
Wir können Pferde ohne Beine rückwärts reiten
Wir können alles was zu eng ist mit dem Schlagbohrer weiten
Können glücklich sein und trotzdem Konzerne leiten”

Außer dir

“Ich stehe völlig neben mir
Nicht glücklich weil nicht neben dir
Und ich
rufe dich nur an
um dich zu fragen
kann es sein
daß ich
bei meinem letzten Besuch
bei dir
verlor was ich jetzt such”

“Ich fühl mich unwohl
ohne Kopf in der Straßenbahn
deswegen lern ich kopflos Fahrrad fahren
und ich weiß wahrscheinlich
mit den Jahren
werd ich lernen dabei mein Gesicht zu wahren”

Die Nacht

“Die Nacht dreht sich um dich allein
Sie will am Tag noch bei dir sein
Die Nacht dreht sich um dich allein
und du schläfst einfach trotzdem ein”

 

Von hier an Blind

Von hier an Blind

“Ich und mein Magen
Und der Kopf in meinem Kragen gingen
blind getragen von zwei Füßen
Die nichts sagen
Außer:
Gib dich geschlagen
Und geh endlich in die Knie
Ich sagte
Ich weiß nicht weiter
War ich noch nie.”

Zuhälter

“Ihr schickt meine Liebe auf die Straße
In zu engen Hosen
In billigen Posen
Sie soll ihre Runden drehen
Mit den Kunden gehen
Und wir sollen verstehen
Das ist das kälteste Gewerbe-”

“Ihr schickt meine Liebe auf die Straße
Um für euch zu laufen
Sie soll sich verkaufen
Sie soll mit jedem mit
Ein kleiner Ritt
Ist ein großer Schritt für
Das kälteste Gewerbe der Welt”

Ein Elefant für dich

“Ich weiß, deine Monster sind genau wie meine
und mit denen bleibt man besser nicht alleine
Ich weiß, ich weiß, ich weiß und frage nicht
Halt dich bei mir fest, steig auf, ich trage dich”

“Einer der nicht sollte, weint am Telefon
Und eine die nicht wollte, weint und weiß es schon
Deine Beine tragen dich nicht wie sie sollten
So oft gehen die, die noch nicht weg gehen wollten”

Darf ich das behalten

“Bitte darf ich das behalten
Behalt meine alten Träume
Kannst sie verwalten wie du willst
Halt die Welt in deiner Gewalt
Aber nimm deine kalten Hände
von meiner Hand”

Zieh dir was an

“Wenn du mit zwanzig deinen Hintern entdeckst
Und ihn fortan in jede Kamera streckst
Dann passt dein tolles neues Selbstgefühl
perfekt in jedes Marketingkalkül”

Gekommen um zu bleiben

“Ihr sagt: The höher they come, the blöder they fall
So verdammt emporgekommen und immer noch standing tall
Ihr sagt „Was so abgeht must doch bitte come down“
Ich sag den Untergang ab ohne runter zu schauen”

 “Und ihr singt Dankeschön und auf Wiedersehen
Reicht uns wehende Fahnen, damit unterzugehen
Lebet hoch! Mut kommt vor dem Fall.
Wo Geschwindigkeit ist, wünscht sich der Mensch auch den Knall”

Nur ein Wort

“Und wo du hingehen willst
Ich häng an deinen Beinen
Wenn du schon auf den Mund fallen musst
Warum dann nicht auf meinen”

Ich werde meine Leben lang üben, …

“Ich werde mein Leben lang üben
Dich so zu lieben
Wie ich dich lieben will
Wenn du gehst”

“So lang werde ich bei dir sein
Zwei Finger an deinem Handgelenk
Fang ich all deine Stunden auf
Und steck sie für dich ein”

Soundso

Die Konkurrenz

“Jetzt stehst du auf dem Dach der Welt
Die Welt hält still und dir gefällt sie
Du atmest tief und fühlst dich hier
Du fühlst dich eins mit Welt und dir

Du fühlst dich eins mit Welt und hier
Steht plötzlich einer neben dir!
Bist eins mit dir und mit der Welt
Bis einer sich für einser hält”

Soundso

“So und so warst du schon immer – Genau so, nur kleiner
Im Alter wird so was nur schlimmer – Genau so, nur alleiner
Wie gut, wenn man geliebt wird, wie man ist — So und so, und so allein!
So wie du warst, so wie du bist — Bist das du, musst du das sein?”

Kaputt

“Dein Vater ist kaputt
aber du bist es nicht
Zerbeult und verbogen
und vielleicht nicht ganz dicht
Aber irgendwo darunter bist du seltsam o.k
Beinah unversehrt unter allem, was weh tut”

“So viel kaputt
aber so vieles nicht
Jede der Scherben
spiegelt das Licht
So viel kaputt
aber zwischen der Glut
zwischen Asche und Trümmern
war irgendwas gut”

The Geek shall inherit

“Bist du zu schlau, um nicht unangenehm aufzufallen
und nicht schön genug, um damit durchzukommen?
Weißt du genau, wie es ist, immer raus zu fallen
nur nicht weit genug, um woanders anzukommen?”

“Es tut weh, so zu sein, wie du denkst, dass du solltest
Es tut weh, so zu sein, wie du denkst, dass du bist”

“Die Verletzten sollen die Ärzte sein
Die Letzten sollen die Ersten sein
Die Ersten sehen als Letzte ein:
The Geek shall inherit the earth”

Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst

“Was ist so lustig?
Was ist so lustig an Liebe und Frieden?
Was ist so lustig?”

“Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst
Du kriegst zurück was du verdrängst
Der Krieg kommt schneller zurück, als du denkst”

Stiller

“Ich versuche mir die Welt zu erklären
Als ob zwischen Punkten Linien wären”

Lass uns verschwinden

“Denkst du nicht auch, die Welt – und ich meine
natürlich die eine – dreht sich längst von alleine
Denkst du nicht auch, wenn wir verschwänden
dass sich genug Andere zum Drehen fänden”

Bring mich nach Hause

Alles

“Stell dir vor, dass Erlösung nicht nur für Religiöse wär
Rigorose Engel kämen,
die richtig böse wären
Wenn du sonst keinem glaubst,
würdest du glauben,
wenn sie sagten, schau,
wir fixieren deine Schrauben
Wenn sie sagten: Wir nehmen
dir deine Krücken,
sag, würdest du tanzen
oder dich danach bücken?”

Was uns beiden gehört

“Und ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss,
der am Tag noch nicht heißt, dass man bleiben will bis zum Schluss
Ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss,
der nachts noch nicht heißt, dass man morgens noch da sein muss”

“Mir gehört die Nacht mit all ihren Schatten
Mein sind der Sex und die besseren Platten
Mein sind die Weite, die Tiefe, die Ferne
Mir allein folgen der Mond und die Sterne”

“Dir gehören Hunde und Brötchen und Spiele
Dein ist das Bunte, das Große, das Viele
Überschwang, Überfluss, überhaupt alles
unter der Sonne, das ohne Verfall ist”

Flucht in Ketten

“Eine Flucht in Ketten
ist kein Kinderspiel
Was soll uns noch retten
Ich würd nicht viel
auf uns verwetten”

“Deine Suche nach Ewigkeit und nach
einem Weg aus dem Leid heraus und nach
dem Schwert, das dich befreit
Ein Wettlauf mit der Zeit”

Die Ballade von Wolfgang und Brigitte

“Für das Wahre, Schöne, Gute
will jeder gerne bluten
und fühlen, was es zu fühlen gibt
Es war alles schön und gut
Es gibt nichts, was man nicht tut
aber Wolfgang hat Brigitte geliebt”

“Dann zog Brigitte nach Ibiza und verkaufte Batiksachen
Wolf kündigte, um bei ihr zu sein
Nach ein paar Wochen sagte Gitte,
ich wollte eigentlich einen Schnitt machen
und frei sein, du engst mich ein”

23.55: Alles auf Anfang

“Was dich runterzieht, sind deine schweren Arme
Wer schleicht, dem wird leicht kalt, darum schleichst du ins Warme
Du nennst es Weltschmerz, ich nenn es Attitüde
Es ist erst fünf vor zwölf und du bist schon so müde”

“Das, was dich so beschwert, das sind die dicken Bären
die sie dir aufbinden, du könntest dich beschweren”

Die Träume anderer Leute

“Ich glaub, du träumst die Träume anderer Leute
und du versäumst
traumhafte Räume
Ich glaub, du träumst die Träume anderer Leute,
und das, was du versäumst,
ist mehr als das, wovon du träumst”

Ein leichtes Schwert (Judith Holofernes’ Solo-Album)

Pechmarie

“Ich weiß, du hast Angst
aber ich weiß, was du kannst
und ich will, dass du tanzt
nimm meine Hand”

“Ich weiß, du hast Angst
Aber ich weiß, was du kannst
und dass sich so was vertanzt
Komm, zieh dich an”

“Du bist ein Schwan, ein Pfau
ein Engelswesen, Marie
Nur die Federn sind verklebt
Flügel gestutzt
Und du humpelst
wie eine kriegsversehrte Taube
Aber du bist jung, Marie
jetzt guck nicht so verdutzt”

Opossum

“Wenn dich die Welt bedrängt
wenn dir die Welt nichts schenkt
wenn dich die Welt bedroht
stellst du dich doof, äh, tot”

Nichtsnutz

“Macht keiner mit, geh ich nach Haus
und zieh mir alle Kleider aus
Lass niemanden rein und geh nicht raus
Ich strebe nichts an, ich sterbe nicht aus
Ich rufe: Ey! Streber raus! auf die Straße hinaus
und dann, in diesem Sinn, lege ich mich wieder hin”

M.I.L.F.

“Weißt du, ich mag deinen Musikgeschmack
You’re like a mixtape I would like to fuck”

“Ich zeig dir meine alten Helden
Musste nicht, sind ja die selben
sagst du und gehst eben fischen
nach der Limited Edition”

Havarie

“Die Flasche über meinem Bug
schlug mir das erste Leck
Die Ratten verließen mich
im Hafen und
ich kam nicht vom Fleck”

“Aber ich bin kein Wrack
ich bin eine Havarie”

Hasenherz

“Ich seh dein
Hasenherz
schlägt bis zum Hals
und nasenwärts
Sag schlägt dein
Hasenherz
seine Haken nur zum Scherz”

Ein leichtes Schwert

“Gib mir ein leichtes Schwert
für meine schwere Hand
eins das führt, wenn ich folge
und folgt, wenn ich führe”

Danke, ich hab schon

“I’ve seen the needy and the damage done
A little part of it in everyone
I’ve seen the needy and the damage done
Ooooh, the damage done”

Brennende Brücken

“Nichts kann mich entzücken wie der Schein
brennender Brücken
Ich finde mein Glück im Wiederschein
brennender Brücken”

“Ich sag, “Komm, wir legen Feuer
Wo Feuer ist, ist Licht”
Du sagst, ich glaub du bist bescheuert
aber ich glaub, das stört mich nicht”

Herr Schack versucht Schuhe in der Stadt zu kaufen

Mir ist vor ein paar Tagen ein paar Schuhe auseinander gefallen. Das war OK. Es war ein recht altes Paar Schuhe, das mich damals nicht viel gekostet hat und das ich sehr, sehr häufig getragen habe. Ich trage gerne gute, komfortable Schuhe. Ab einem gewissen Körpergewicht lohnt es sich einfach doppelt, darauf zu achten, dass man nicht die 10-Euro-Schuhe beim Discounter kauft. Ich hatte allerdings weder Zeit nach Hause zu fahren und ein anderes Paar zu holen, noch intensiv nach neuen Schuhen Ausschau zu halten. Also habe ich ein paar für 20 Euro bei Deichmann gekauft, um über den Tag zu kommen.

Online habe ich dann schon mal recherchiert, welche Schuhe ich am nächsten Tag (das ist heute) eigentlich kaufen möchte. Ich habe mich an einen großen Sportschuh-Hersteller erinnert, von dem ich schon mal Schuhe gekauft hatte, mit denen ich sehr glücklich war. Dieser Hersteller von “Sneakers” hat mehrere Kategorien von Schuhen. Running. Walking. Und dann noch eine Kategorie, die sich wohl am ehesten unter “Lifestyle” zusammen fassen lässt. In diesen Kategorien hat er Hersteller wiederum diverse Modelle. Ich möchte schätzen, dass es insgesamt 10 aktuelle Modelle gibt. Auf der Website des Herstellers gibt es sie alle (OK, fast alle) auch in schwarz. Das ist wichtig, da das nun kaputte Paar Schuhe schwarz war und ich entsprechenden Ersatz kaufen wollte.

Hier in Kiel war es heute ein schöner Tag, den ich ohnehin fürs Spazierengehen nutzen wollte. Also bin ich in die Innenstadt gewandert, um dort ein paar der ausgewählten Schuhe zu erstehen. Ganz wider meiner Natur in einem Ladengeschäft, wo die Schuhe sicherlich eine beachtliche Summe mehr kosten würden als “im Internet”. Aber egal. Ich war lange nicht mehr in einem Geschäft Schuhe kaufen, erinnerte mich aber, früher von Verkäufern immer gut beraten worden zu sein. Heute wäre ich ausnahmsweise bereit gewesen, dafür ein paar Euro mehr zu zahlen.

Erster Anlaufpunkt war ein Geschäft, das schon seit einiger Zeit “Räumungsverkauf” plakatiert hat. Mir war nicht nach langem Suchen, also habe ich gleich einen Verkäufer gesucht. Schuhe von dieser Marke gäbe es praktisch nicht in schwarz und in meiner Größe (46,5-47) wäre das ohnehin ganz, ganz schwer Schuhe von dieser Marke zu finden. Man hätte ein paar in gelb da. “Räumungsverkauf” dachte ich mir, und war mir sicher, dass der Verkäufer seinen Text aufgesagt hatte, um mir, wenn er schon nicht “meinen” Schuh hat, wenigstens irgendetwas anders zu verkaufen. Nicht mit mir!

Nächster Laden: Ein Sportartikel-Fachgeschäft. Im Prinzip wiederholte sich das Gespräch komplett. Nur zog ich diesmal noch mein iPhone aus der Tasche und zeigte der Verkäuferin, dass es Schuhe von dieser Firma sehr wohl in meiner Größe und mindestens 5 Modell auch in schwarz gäbe. Das könne man sich nun nicht erklären.

Letzter Laden: Ein Geschäft, dass sich auf, ich möchte sagen, “stylische Sportschuhe” spezialisiert hat. Man hatte dort Schuhe “meines” Modells aber auch nicht in schwarz. Man wusste dort aber immerhin, dass es diese Schuhe auch in schwarz gäbe. Bestellen können man mir diese aber nicht.

Und so sitze ich also wieder vor meinem MacBook, bestelle Waren online und sehe ich mich in meiner Ansicht bestätigt: Ladengeschäfte haben für mich genau keinen Wert. Denn wenn ich schon mal etwas vor Ort kaufen möchte, gibt es “meine” Ware nicht. Und nur um des vor-Ort-kaufens wegen vor Ort zu kaufen ist mir zu doof. Und zu teuer.